Leben und Kultur des Hirschs:

  • ca. 15.000 – 17.000 v.Chr. das erste Bild als Hoehlenmalerei
  • lange seit vorchri
  • in der Mythologie der Naturvoelker Sinnbild des Lichtes (Geweih =Lichtstrahlen); und des Lebens (Geweih=Baum des Lebens) außerdem ist er der Erloesende und der Überwinder, Schützer, Wegweiser und Totenführer
  • Herakles jagt, für den Koenig Eurystheus, die kyrenische Hinde (Hinde=Hirsch) mit dem goldenen Geweih
  • hochmittelalterliche Ritter jagen einen weißen Hirsch, um nach seinem Erlegen ihre Herzensdame küssen zu dürfen
  • im Mittelalter werden Hirschkühe zu Lebensrettern: Sie säugten den Sohn Genovevas von Brabant und drei Hirschkühe ernährten den Einsiedler Goar und retteten ihn so vor dem Galgen.
  • Der Hirsch gilt als das Sinnbild für Stärke, Weisheit und Rettung: Er hilft z.B. Karl dem Großen den Weg zu finden. Oder der hl. Ida v. Toggenburg begegnet er mit 12 Kerzen im Geweih um ihr den Weg ins Kloster zu weisen.
  • Während der einmonatigen Brunft frißt der Hirschbulle, auf der Suche nach Romantik, nichts und verleirt ca. 1/5 seines Koerpergewichts. Nach dem Winter wirft er geschwächt im Feb. – März sein Geweih ab.
  • Der Hirsch ist seit jeher auch das Symbol für das Gute, das über das Boese siegt. Er ist der Feind der Schlange, also des Boesen an sich. Er kann boeses und giftiges aus der Welt schaffen.
  • Die Hirsch Legende sagt, daß der Hirsch die Schlange mit den Hufen zertrampelt oder die Schlange (den Teufel) mit den Wassern des Lebens ertränkt (Taufsymbolik, Reinwaschen von der Erbsünde)
  • außerdem gilt er, als Feind der Schlange, als der, der der Versuchung widersteht und sie bekämpft, also als Sinnbild für Enthaltsamkeit und Tugend. (Anwesend im Bild als Hinweis, das die Versuchung, die paradiesische Schlange auch da ist)
  • der Hirsch, vom Loewen oder Kentauren gejagt dargestellt, ist die vom Teufel verfolgte Seele gemeint.
  • Der Hirsch ist Attribut (Begleiter) vieler Heiliger, z.B. Konrad v. Piacenza, Hubertus und viele mehr...
  • Eustachius und dem Hubertus erscheint Chrisus als Hirsch, der ein leuchtendes Kreuz zwischen dem Geweih trägt und bekehrt sie so zu einem heiligen Leben.
  • an Weintrauben knabbernde, sich gegenüberstehende Hirsche, sind ein eucharistisches Symbol.
  • der Hirsch wird auch als Christus identifiziert mit den, ihm ‚ins Maul gelegten' Worten: "Ich bin das lebende Brot, daß vom Himmel herab- gekommen ist." Hostienmodel, 4. Jhd., Karthago
  • als Symbol für das Leben schenkend und erhaltend, Schnelligkeit, Kraft, Mut und Disziplin, taucht der Hirsch in der Bibel auf in: Haakuk 3.19, Hoheslied 8.14, Mose 49.21, Jesaia 35.6 und in Psalm 18.43; und in Psalm 42 bezeichnet der ruf des durstigen Hirschs die Sehnsucht nach Gott und/oder des Täuflings Seele
  • mit dem biblischen Hirsch ist der ehemalig in Palästina heimische Damhirsch gemeint
  • wegen seiner immer wieder betonten Schnelligkeit zieht der Hirsch auch den 'Wagen der Zeit'.
  • aufgrund der zunehmenden Säkularisierung seit der Renaissance wird die starke Hirschsymbolik immer eklektischer
  • durch die gesamte Kunst- und Kulturgeschichtliche Entwicklung begleitet der Hirsch den Menschen und ist dort ein gewichtiger Bestandteil der menschlichen Ausdrucksform; auf allen Kontinenten, ausgenommen den arktischen.
  • im 20. Jhd. Wird der Hirsch Symbol für. Stärke Gesundheit, Ansehen, Würde, Wildheit, Natur, Frieden, Idylle, ...
  • Der Hirsch wird zur Ikone aus dem Bedürfnis nach Harmonie und Bodenständigkeit
  • Zeitweise verkommt der Hirsch zum verpoenten kleinbürgerlichen Kitsch, zum gelsenkirchener Barock.
  • Im 3. Jahrtausend lebt dieses kulturhistorische Erbe im aktuellen Zeitgeist weiter, denn mehr als je zuvor braucht der Mensch einen klassischen, in sich ruhenden und wertbeständigen Punkt in seinem Leben!

Quellen:

  • Majestäten der Wälder von Erwin A. Bauer, Oertel+Spoerer Verlag
  • Das ABC der Tiere von Rudolf Schenda, C.H. Beck Verlag
  • Lexikon der Symbole von Gerd Heinz-Mohr, Herder/Spektrum Verlag
  • Lexikon Christlicher Ikonographie, Herder Velag
  • Das große Lexikon der Symbole von Fritz Glunk, Gondrom Verlag
  • Fabelwesender Heraldik von Carl-Alexander von Volborth, Belser Verlag
  • Die Sprache der Formen von Harald Braem und Christof Heil, Langen Müller/Herbig Verlag
  • Bibel
  • Calwer Bibellexikon
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